Mangelernährung

Bei vielen Krebspatienten liegt auf Grund der Erkrankung eine Mangelernährung vor. Mehrere Faktoren führen dazu. Zum einen kommt es zu einer Mangelernährung durch eine zu geringe Energie-bzw. Nährstoffzufuhr zum andern durch Stoffwechselveränderungen. Auch bei adipösen Patienten kann eine Mangelernährung bestehen. Es reicht deshalb nicht aus den BMI (Body-Mass-Index) zu messen. Der Verlauf des Gewichtsverlustes ist bei der Erfassung einer Mangelernährung unbedingt mit zu berücksichtigen. Auf Wassereinlagerungen ist dabei zu achten, da die Gewichtsabnahme dadurch möglicherweise nicht auffällt.

Laut DGEM (Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin) bestimmen 3 Kriterien die Erfassung einer Mangelernährung:

  1. Body-Mass-Index (BMI) unter 18,5kg/m²

ODER

  1. ungewollter Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent in den letzten drei bis sechs Monaten

ODER

  1. BMI unter 20kg/m² und unbeabsichtigter Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent in den letzten drei bis sechs Monaten

Eine Mangelernährung kann grundsätzlich in jedem Krankheitsstadium auftreten. Botenstoffe des Immunsystems können das Hungergefühl ausschalten, so dass trotz Gewichtsverlust kein Appetit vorhanden ist. Durch die Krankheit wird zum Teil der Stoffwechsel angeregt, so dass der Körper mehr Kalorien verbraucht. Auch durch Therapien (z.B. Operationen, Chemotherapien und Strahlentherapien) und ihre Nebenwirkungen sowie durch zusätzlich bestehende Nebenerkrankungen ist die Entstehung einer Mangelernährung möglich. Am häufigsten ist sie bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen nachweisbar, wobei auch da ein multifaktorielles Geschehen zu Grunde liegt.

Bei unbehandelter Mangelernährung besteht u.a. ein erhöhtes Risiko für eine schlechtere Verträglichkeit von Therapien, die Bildung von Ödemen und eine Fatigue-Symptomatik. Immobilität, Tumorprogress, Wundheilungsstörungen sowie eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes und der Lebensqualität sind ebenfalls eine Folge. Deshalb hat eine ausgeprägte Mangelernährung einen ungünstigen Einfluss auf die Prognose. Es lohnt sich mit Hilfe einer Fachperson der Mangelernährung entgegen zu wirken. Neben der ausreichenden Versorgung mit Energie-und Nährstoffen, gehört hierzu auch die körperliche Aktivität, um den Abbau der Muskulatur zu verhindern. Die körperliche Bewegung sollte Freude machen und nicht zu zusätzlichem Stress und zur Überlastung führen.

Ursachen einer verminderten Energie-bzw. Nährstoffzufuhr

Verschiedenste Ursachen können zu Mangelernährung führen. Die wichtigsten Faktoren finden Sie nachfolgend aufgelistet:

  • mangelnder Appetit
  • Geschmacksbeeinträchtigungen
  • Geruchsstörungen
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kau-und Schluckstörungen verschiedenster Ursachen
  • Schmerzen
  • Völlegefühl
  • schlechte Verträglichkeit bzw. Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln
  • Verstopfung oder Diarrhoe
  • Tumorobstruktionen
  • Ängste, Depressionen
  • soziale Faktoren, wie z.B. Einsamkeit

Ihre Fachärztin in den CityPraxen verfügt über ein Zertifikat in Ernährungsmedizin und freut sich, Ihnen bei der Zusammenstellung einer auf Ihre Symptome abgestimmte Ernährung behilflich zu sein.

Makronährstoffe

Makronährstoffe

Zu den Makronährstoffen zählt man Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Diese liefern die benötigte Energie, damit der Körper funktionieren kann. So benötigen die Atmung, der Herzschlag, aber auch die Neubildung von Gewebe oder die Verdauung, konstant Energie.
Mikronährstoffe

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen gehören Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren. Sie liefern im Gegensatz zu den Makronährstoffen keine Energie sind aber für den Ablauf vieler Reaktionen im Körper unverzichtbar. Mikronährstoffe sind bei Krebserkrankungen u.a. wichtig zur Stärkung des Immunsystems. Darüber hinaus können Nebenwirkungen von therapeutischen Maßnahmen gegebenenfalls reduziert und Entzündungsprozesse beeinflusst werden. Nicht selten besteht bei Krebspatienten eine Unterversorgung durch einen erhöhten Bedarf bzw. eine zu geringe Zufuhr.
Diäten bei Krebs

Diäten bei Krebs

Kann eine Diät unterstützend wirken? Viele Patienten verspüren im Rahmen ihrer Erkrankung den Wunsch selbst aktiv zu werden, z.B. in Form einer speziellen Ernährung. Von sogenannten „Krebsdiäten“ welche Heilung versprechen und eine einseitige Ernährung empfehlen, sollte jedoch Abstand genommen werden. Hierdurch kann es möglicherweise zu erheblichen Mangelerscheinungen kommen. Auch eine kritiklose, unkontrollierte Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel bzw. Mikronährstoffen sind zu hinterfragen. Die Risiken der Einnahme sind möglicherweise höher als der Nutzen.

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