Kann eine Diät unterstützend wirken?

Eine kritiklose Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist zu vermeidenViele Patienten verspüren im Rahmen ihrer Erkrankung den Wunsch selbst aktiv zu werden, z.B. in Form einer speziellen Ernährung. Von sogenannten „Krebsdiäten“ welche Heilung versprechen und eine einseitige Ernährung empfehlen, sollte jedoch Abstand genommen werden. Hierdurch kann es möglicherweise zu erheblichen Mangelerscheinungen kommen. Auch eine kritiklose, unkontrollierte Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel bzw. Mikronährstoffen sind zu hinterfragen. Die Risiken der Einnahme sind möglicherweise höher als der Nutzen.

Bisher liegen keine belegbaren Daten (evidenzbasierte Daten) für sogenannte „Krebsdiäten“ vor. Deshalb sollte bei Wunsch des Patienten eine „Diät“ durchzuführen, unbedingt Rücksprache mit einer Fachkraft genommen werden. Diese kann auf Grund ihrer umfassenden Kenntnissen beratend zur Seite stehen und mögliche Risiken ausschließen.

Grundsätzlich ist eine ausgewogene und gesunde Kost, wie sie unter Makroernährung (verlinken) beschrieben ist, wichtig. Bestehende, nachgewiesene Mängel sollten jedoch unter Berücksichtigung der Vorlieben des Patienten ausgeglichen werden.

Bei Patientinnen mit Brustkrebs konnte wissenschaftlich belegt werden, dass eine Obst-und Gemüsereiche Kost sowie eine Gewichtsnormalisierung und körperliche Aktivitäten dazu beitragen, Rückfälle zu vermeiden.

Ihre Psychoonkologin berät Sie dazu gern.

Gefahren der im Internet beworbenen Diäten

Im Internet werden verschiedenste Diäten angepriesen. Nachstehend werden die Risiken der geläufigsten Diäten beschrieben.

Kohlenhydratarme und ketogene Kost

Der Unterschied zwischen den beiden Kostformen besteht in der Menge der zugeführten Kohlenhydrate. Die Ernährung erfolgt vorwiegend über Fette und Eiweiß, wobei die Gefahr eines Überangebots an Proteinen besteht.

Hintergrund dieser Diät bildet die Annahme, dass die Tumorzellen in ihrem Stoffwechsel gehemmt werden, wenn die Glucosezufuhr gesenkt wird. Hierzu liegen bisher widersprüchliche Daten vor.

Die Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Onkologie (PRIO) empfiehlt die Durchführung einer Ketogenen Diät nur in Form klinischer Studien.

Breuß-Diät

Bei dieser Diätform soll der Patient in den ersten 42 Tagen auf feste Nahrung verzichten. Die Nährstoffzufuhr erfolgt in Form flüssiger Kost (frisch gepresste Gemüsesäfte und Tees). Anschließend wird eine lacto-vegetabile Ernährung empfohlen. Durch die „Ausscheidung von Giftstoffen“ soll es zu einem Absterben der bösartigen Zellen kommen. Diese Theorie ist nicht haltbar. Entsprechende Studien, welche diese Theorie untermauern liegen nicht vor.

Zudem kommt es unter dieser „Krebsdiät“ häufig zu Mangelerscheinungen und Gewichtsverlust, welche für den weiteren Verlauf der Erkrankung, ungünstig sind.

Auf Grund dessen ist von dieser Form einer „Krebsdiät“ abzuraten.

Makrobiotische Kost

Die Nährstoffaufnahme erfolgt bei dieser Diät vor allem durch den Verzehr von Getreide, Hülsenfrüchten, bestimmten Gemüsesorten sowie Seegras.

Die Idee hinter dieser Kostform besteht darin, ein inneres Gleichgewicht hervorzurufen. Auch hier liegen keine nach wissenschaftlichen Kriterien erhärteten Daten vor.

Zu berücksichtigen ist das erhöhte Risiko für Mangelerscheinungen und deren negativen Folgen auf Grund der einseitigen Ernährung.

Öl-Protein-Kost nach Budwig

Empfohlen wird hierbei eine besonders hohe Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega 3 Fettsäure). Es wird davon ausgegangen, dass die Krebszellen durch die Art und Menge der Fettzufuhr zu beeinflussen sind. Bei Einhaltung der max. Fettzufuhr (50% Fettanteil an der Gesamtenergiemenge), kann diese Kostform durchgeführt werden. Ein Nutzen hinsichtlich der Beeinflussung des Tumorwachstums ist bisher allerdings wissenschaftlich nicht belegt. Ein Heilungsversprechen kann somit nicht gegeben werden.

Gerson-Diät

Der Ansatz dieser Diät besteht in der Annahme, dass ein Ungleichgewicht zwischen Kalium und Natrium zur Erkrankung geführt hat. Als Ursprung des Krebses werden „giftige oder kontaminierte“ Lebensmittel vermutet.

Bei dieser Diät wird Kalium zugeführt und Natrium ausgeschwemmt. Der Körper soll dadurch entgiftet und die Immunabwehr gestärkt werden. Dazu wird eine strikt salzarme-und fettfreie vegetarische Ernährung postuliert. Täglich sollen zusätzlich Einläufe mit Kaffee und Kamille durchgeführt sowie verschiedene Stoffe wie z.B. Enzyme eingenommen werden.

Im Rahmen dieser „Krebsdiät“ kann es zu erheblichen Nebenwirkungen kommen, welche auch lebensbedrohliche Formen annehmen können.

Aprikosenkerne-Stoffwechseltherapie

Amygdalin ist Bestandteil von Aprikosenkernen. Diese Therapie wird als alternative Heilmethode angepriesen. Zusätzlich zu der Einnahme von Amygdalin soll die Ernährung vegan erfolgen.

Ein wissenschaftlicher Beleg für diese Diät fehlt. Bei Einnahme ist Vorsicht geboten, da es durch das im Amygdalin vorhandene und bei der Einnahme freigesetzte Cyanid zu Vergiftungserscheinungen kommen kann. Des Weiteren können bei veganer Kost Mangelescheinungen auftreten. Bedingung für eine vegane Kost sind sehr gute Kenntnisse in der Lebensmittelkunde, um diese Mängel auszugleichen oder die Begleitung durch eine Fachperson.

Die Unwirksamkeit dieser Therapie konnte bereits 1982 in einer Studie nachgewiesen werden. Auf Grund der oben aufgeführten Fakten kann diese Therapieform nicht empfohlen werden.

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