Zu den Makronährstoffen zählt man Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Diese liefern die benötigte Energie, damit der Körper funktionieren kann. So benötigen die Atmung, der Herzschlag, aber auch die Neubildung von Gewebe oder die Verdauung, konstant Energie.

Bedarf von Makronährstoffen

Proteine sichern die Versorgung mit AminosäurenBei einer Krebserkrankung kommt es bei Mangelzuständen zu Veränderungen des Stoffwechsels, welche möglicherweise durch eine Aktivierung des Immunsystems ausgelöst werden. Der Proteinbedarf steigt u.a. durch eine Erhöhung des Ganzkörperproteinumsatzes, einen erhöhten Muskelproteinabbau und eine Abnahme der Proteinsynthese. Des Weiteren ist durch eine Vielzahl verschiedener Prozesse eine Reduktion der Körperfettmasse nachweisbar. Der Kohlenhydratbedarf sinkt infolge der vielfältigen Stoffwechselveränderungen.

Der Fettanteil der Nahrung sollte daher, bei Mangelzuständen unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte, zu Lasten der Kohlenhydratzufuhr erhöht werden.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass das Nährstoffangebot der jeweiligen Stoffwechsellage und dem Vorliegen eines Inflammationssyndroms angepasst werden muss. Eine generelle hyperkalorische Ernährung ist nicht grundsätzlich zu empfehlen. Eine ausgebildete Fachperson kann unter Berücksichtigung der verschiedenen Faktoren einen auf die Bedürfnisse abgestimmten Ernährungsplan erstellen.

Proteine

Durch Proteine wird die Versorgung von Aminosäuren und Stickstoff gesichert. Der Eiweißbedarf beträgt bei Krebspatienten durchschnittlich 1,2-1,5g/kg/d. Bei nachweislich ausgeprägten Entzündungsreaktionen kann dieser aber gegebenenfalls höher sein – bis zu 2,0g/kg/d. Für eine Erhöhung der Proteine in der Nahrung muss eine normale Nierenfunktion gegeben sein. Liegt eine Störung der Nierenfunktion vor, muss der Bedarf entsprechend angepasst werden und sollte nicht 1,0-1,2 g/kg/d überschreiten.

Fette

Fette liefern im Vergleich zu den Proteinen und den Kohlenhydraten die meisten Kalorien. Gemäß der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin) sollten bei gesunden Personen die Fette zwischen 30%-35% der Nahrungsenergie, immer in Abhängigkeit mit der körperlichen Aktivität, betragen.

Fette werden in  gesättigte und einfach bzw.  mehrfach ungesättigte Fettsäuren eingeteilt.

Bei der Nahrungsaufnahme sollte das Verhältnis zwischen den verschiedenen Fetten beachtet werden. So sollte laut DGE der Anteil der gesättigten Fettsäuren 10 % der Nahrungsenergie nicht überschreiten. Einfach ungesättigte Fette sollten 10%-13% der Nahrungsenergie betragen und mehrfach ungesättigte Fette den restlichen Anteil.

Gesättigte Fettsäuren sind insbesondere in tierischen Fetten, Kokosfett und Palmöl enthalten.

Einfach ungesättigte Fettsäuren kommen in Olivenöl, Rapsöl, Haselnüssen und Avocado vor.

Zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehören Omega-3-Fettsäuren, welche z.B. in Rapsöl, Sojaöl, Walnussöl, Hanföl, Leinsamen und in fetten Seefischen (Hering, Makrele, Lachs) sowie Algen vorkommen. Die Omega-6-Fettsäuren gehören ebenfalls in diese Gruppe und kommen z.B. in Weizenkeimöl, Traubenkernöl, Distelöl, Sojaöl und Sonnenblumenöl vor.

Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren sind essentiell, d.h. sie können nicht selbst vom Organismus hergestellt werden. Bei der Nahrungsaufnahme ist das Verhältnis der Omega-3-Fettsäuren zu den Omega-6-Fettsäuren ebenfalls zu berücksichtigen (1 : 5). Bei Mangelernährung können Omega-3-Fettsäuren als Zusatzprodukte eingesetzt werden. Sie weisen eine positive Beeinflussung der Mangelernährung aus. Ein antitumoraler Effekt wird diskutiert, hierzu besteht jedoch eine kontroverse Studienlage. Eine Einnahme nur zur Verringerung der Nebenwirkungen einer Chemotherapie oder der Steigerung der Wirkung der Chemotherapie wird nicht empfohlen.

Der Bedarf von Omega-6-Fettsäuren (2,5% der Energiezufuhr) sollte, unter Abwägung von Nutzen und Risiko, nicht überschritten werden.

Bei Krebspatienten sollte der Fettanteil bei Mangelernährung zu Gunsten der Kohlenhydrate erhöht werden. Das Erkrankungsstadium und individuelle Vorlieben sind zu berücksichtigen. 

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate liegen in Form von Zucker oder Stärke vor. Sie sind ein Universaltreibstoff, da ihn alle menschlichen Organe gut und rasch verwerten können. Man unterscheidet bei Kohlenhydraten zwischen Monosacchariden (Einfachzucker), Disaccharide (Zweifachzucker), Oligosaccharide (Mehrfachzucker) und Polysaccharide (Vielfachzucker).

Zu den Einfachzuckern gehören Glucose, Fructose, Galaktose und Ribose. Bekannte sind Kristallzucker (Saccharose), der aus Zuckerrohr oder Rüben gewonnen wird. Weitere bekannte Disaccharide sind Milchzucker (Lactose) und Malzzucker (Maltose). Oligosaccharide sind z.B. Fructooligosaccharide. Da sie von der Verdauung nicht abgebaut werden können, gehören sie zu den Ballaststoffen. Zu den Polysacchariden gehören Stärke, Glykogen und Ballaststoffe.

Einfach- und Zweifachzucker können vom Körper sehr schnell verarbeitet werden, was zur Folge hat, dass der Blutzucker schnell ansteigt und das Sättigungsgefühl weniger lange anhält als bei komplexen Kohlenhydraten wie z.B. Kartoffeln, Nudeln oder Reis. Ein weiterer Vorteil der komplexen Kohlehydrate ist zudem, dass die Schwankungen des Blutzuckerspiegels weniger stark ausgeprägt sind. Wenn die Zufuhr höher ist als der Bedarf und die Speicher bereits voll sind, dann erfolgt die Umwandlung in Fett.

Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass bei der Ernährung der überwiegende Anteil der Kohlenhydrate aus komplexen Kohlenhydraten besteht. Daher sollten stärkehaltige Kohlenhydrate bevorzugt werden. Ballaststoffe, welche auch zu den komplexen Kohlenhydraten gehören, sollten ebenfalls bei der täglichen Nahrungsaufnahme berücksichtigt werden. Positiv ist ebenfalls, dass der Vitamingehalt und der Gehalt der Mineralstoffe in komplexen Kohlenhydraten höher ist als in Einfach-und Zweifachzuckern.

Bei Krebspatienten ist zur Vermeidung einer Mangelernährung auch hier auf ein ausgewogene und auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Zufuhr von Kohlehydraten zu achten. Eine kohlenhydratarme Kost, kann bei Krebspatienten auf Grund fehlender eindeutiger evidenzbasierter Daten nicht grundsätzlich empfohlen werden.

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