Zu den Mikronährstoffen gehören Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren. Sie liefern im Gegensatz zu den Makronährstoffen keine Energie sind aber für den Ablauf vieler Reaktionen im Körper unverzichtbar. Mikronährstoffe sind bei Krebserkrankungen u.a. wichtig zur Stärkung des Immunsystems. Darüber hinaus können Nebenwirkungen von therapeutischen Maßnahmen gegebenenfalls reduziert und Entzündungsprozesse beeinflusst werden. Nicht selten besteht bei Krebspatienten eine Unterversorgung durch einen erhöhten Bedarf bzw. eine zu geringe Zufuhr.

Informationen zu einigen Mikronährstoffen und ihren Funktionen

Mikronährstoffe sind oft in Früchten und Gemüse zu findenNachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die bekanntesten Mikronährstoffe, Ihre Funktion im Körper und in welchen Lebensmitteln Sie enthalten sind. Die meisten Mikronährstoffe sind sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Produkten enthalten und ermöglichen so eine vielseitige Ernährung.

Vitamin C

Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin und hat antioxidative Eigenschaften. Es kommt hauptsächlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Ein besonders hohes Vorkommen besteht z.B. in Sanddorn, Hagebutten schwarze Johannisbeeren und Kohlsorten.

Hierbei ist beim Vitamin-C-Gehalt besonders auf die schonende Verarbeitung der verschiedenen Lebensmittel zu achten.

Allgemeine Symptome einer Unterversorgung können eine Abnahme der Leistungsfähigkeit, eine erhöhte Müdigkeit, eine Infektanfälligkeit und eine schlechtere Wundheilung sein.

Bezüglich der Empfehlung einer intravenösen Hochdosistherapie mit Vitamin C bei Krebspatienten besteht eine kontroverse Studienlage und sollte daher individuell mit dem Patienten besprochen und entschieden werden.

Grundsätzlich ist eine simultane Applikation während der Bestrahlung bzw. während einer laufenden Chemotherapie, welche auf Radikalbildung bzw. Oxidationsvorgängen beruht, zu vermeiden, um die Therapieerfolge nicht zu gefährden.

Vitamin D

Vitamin D gehört zu den fettlöslichen VitaminenVitamin D sind eine Gruppe fettlöslicher Vitamine. Vitamin D kommt u.a. in fettreichem Seefisch, Eigelb, Innereien und in geringen Mengen in Milch-u. Milchprodukten vor.

Des Weiteren wird Vitamin D3 durch UV-B-Einstrahlung auf der Haut gebildet. 80 – 90% der Gesamtmenge des Vitamin D können so im Körper selbst synthetisiert werden. Voraussetzung ist ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien. Empfohlen wird eine tägliche Sonnenaussetzung von ca. 25% der Köperoberfläche (Kopf, Arme, Hände) für 15 min. Ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung besteht demnach für Personen, welche nicht ausreichend einer UV-B-Strahlung ausgesetzt sind. Insbesondere im Winterhalbjahr kann es auf Grund der mangelnden Sonneneinstrahlung zu einem Vitamin D-Mangel kommen. Eine besondere Gefährdung besteht u.a. für ältere Menschen, da zusätzlich die Syntheseleistung des Köpers abfällt.

Auch für Krebspatienten besteht ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin D-Mangel. Wichtig ist insbesondere bei Erkrankungen bzw. Therapien mit Osteoporosegefahr, den Vitamin-D-Spiegel zu kontrollieren, um dieser Gefahr entgegen zu wirken. Zu beachten ist allerdings, dass bei bestehender Knochenmetastasierung durch Vitamin-D Gabe eine Hypercalciämie entstehen kann. Dieses gilt es unbedingt zu vermeiden. Eine antitumorale Wirkung bei verschiedenen Krebsarten wird diskutiert.

Selen

Selen ist ein Spurenelement. Im Rahmen der supportiven Therapie wird diskutiert, ob Selen eine Verbesserung der Verträglichkeit von Strahlen u. Chemotherapie, ohne dabei deren Wirkung negativ zu beeinflussen, hat.

Eine positive Wirkung bei Lymphödemen und eine Verbesserung der Lebensqualität stehen ebenfalls zur Diskussion. Die Einnahme sollte in jedem Fall mit Ihren behandelnden Onkologen bzw. Strahlentherapeuten abgesprochen werden.

Es stehen anorganische und organische Selenpräparate zur Verfügung. Anorganische Verbindungen haben eine höhere Bioverfügbarkeit und reichern sich nicht an. Deshalb sollte bei Krebspatienten vor allem anorganischem Natriumselenit bevorzugt werden. Zu beachten ist, dass die gleichzeitige Einnahme von Natriumselenit und Vitamin C nicht zu empfehlen ist, da durch chemische Reaktionen die Wirkung von Selen aufgehoben wird. Zudem ist auch das Auftreten von Nebenwirkungen zu beachten, welche bei chronischer Überdosierung auftreten können.

Zink

Zink ist ebenfalls ein Spurenelement und kommt z.B. in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Pilzen, Datteln, Fisch, Meeresfrüchten und Fleisch, insbesondere aber auch in Innereien wie Leber oder Niere, vor. Die Aufnahme von Zink aus Fleisch ist besser als aus Cerealien.

Krebspatienten haben ein erhöhtes Risiko für einen Zinkmangel. Symptome eines schweren Zinkmangels sind u.a. eine erhöhte Infektanfälligkeit, Wundheilungsstörungen, Immunschwäche, Appetitlosigkeit, Verminderung des Geruchs-und Geschmacksempfindens, Haut-und Schleimhautschäden, Haarausfall sowie Durchfall.

Eine verbesserte Verträglichkeit einer Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich durch eine zusätzliche Zinkgabe wird diskutiert. Eine Einnahme sollte jedoch unbedingt mit dem behandelnden Strahlentherapeuten besprochen werden, da ein negativer Einfluss auf die Bestrahlung noch nicht ausgeschlossen werden konnte. Bei nachgewiesenem Mangel sollte ein Ausgleich in Absprache mit den behandelnden Ärzten erfolgen. Jedoch können zu hohe Dosierungen über eine längere Zeit zu Nebenwirkungen führen, wie z.B. Kupfermangel und Behinderung der durch die T-Zellen vermittelten Immunantwort.

Eisen

Eisenmangel ist die häufigste Mangelerkrankung

Eisen ist u.a. wichtig für den Transport von Sauerstoff als Bestandteil von Hämoglobin (=roter Blutfarbstoff), für die Sauerstoffbindung sowie für die Sauerstoffspeicherung als Bestandteil von Myoglobin (=roter Muskelfarbstoff).

Der Tagesbedarf beträgt 10-15 mg. Bei Schwangeren und stillenden Frauen, während des Wachstums sowie bei Hochleistungssportlern ist der Bedarf erhöht.

Eisen kommt in tierischen sowie in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Zu den pflanzlichen Lebensmitteln mit einem höheren Eisengehalt zählen z.B. Hülsenfrüchte, Getreide (z.B. Haferflocken, Roggen) sowie Blattgemüse und Schwarzwurzeln.

Zu beachten ist hierbei jedoch, dass die Resorption von Eisen aus tierischen Produkten für den menschlichen Körper deutlich einfacher ist.

Des Weiteren wird die Aufnahme z.B. durch Kaffee, Schwarztee, Sojaprodukte und Calciumprodukte gemindert. Eine verbesserte Aufnahme von Eisen kann u.a. durch die gleichzeitige Zufuhr von Vitamin-C, milchsäurehaltigen-u. fruchtsäurehaltigen Lebensmitteln erfolgen.

Eisenmangel ist die häufigste Mangelerkrankung.

Liegt ein Eisenmangel vor, kann es im weiteren Verlauf u.a. zu Müdigkeit, Leistungsinsuffizienz, Anämie (=Blutarmut), Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und gesteigerten Kälteempfinden kommen.

Bei einer ausgeprägten Eisenmangelanämie ist eine Erniedrigung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) unterhalb der entsprechenden Normwerte nachweisbar. Eisenmangel kann durch eine verminderte Aufnahme bzw. erhöhten Bedarf, durch eine Resorptionsstörung sowie durch akute und chronische Blutungen entstehen.

Auch eine Krebserkrankung kann mit einer Eisenmangelanämie vergesellschaftet sein.

Die Eisenmangelanämie kann dabei ein erster Hinweis auf eine bösartige Erkrankung (z.B. Magen-Darm-Trakt, Urogenitaltumore) wie auch Folge einer notwendigen Therapie sein.

Bei Patienten mit einem Kurzdarmsyndrom, bei Z. n. oberer Dünndarmresektion, kann die Aufnahme von Eisen gestört sein, da die Eisenresorption hauptsächlich im selbigen Bereich stattfindet. Auch bei Z. n. Gastrektomie liegt gehäuft ein Eisenmangel vor.

Jod

Jod ist ein essentielles Spurenelement und spielt eine entscheidende Rolle bei der Bildung der Schilddrüsenhormone.

Auf eine ausreichende Jodzufuhr sollte geachtet werden.  Vegetarier und sich vegan ernährende Menschen sollten insbesondere eine ausreichende Jodversorgung berücksichtigen.

Ein erhöhter Jodbedarf besteht bei Schwangeren und stillenden Müttern.

Jod ist vor allem in Seefisch, Schalentieren und Meeresalgen enthalten. Zusätzlich kann Jod über jodiertes Speisesalz und jodiertes Tierfutter aufgenommen werden.

Selen,-Eisen-und Vitamin A-Mangel können einen vorhandenen Jodmangel verstärken.

Eine mögliche zusätzliche Disposition für Brustkrebsentstehung durch Jodmangel wird diskutiert.

Magnesium

Magnesium ist ein wichtiger Co-Faktor bei verschiedenen Enzymsystemen des Körpers. Des Weiteren spielt Magnesium eine wichtige Rolle bei der zellulären Erregbarkeit sowie der Erregungsleitung.

Zu 99% befindet sich Magnesium intrazellulär, im Knochengewebe bzw. im Weichteilgewebe.

Magnesium kommt u.a.  in Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten, Milch und Milchprodukten, Geflügel, Fisch, grünem Gemüse, Kartoffeln, Bananen, Beerenobst vor.

Schwerer Magnesiummangel kann mit neuromuskulären Störungen, gastrointestinalen Störungen und Persönlichkeitsstörungen einhergehen. Auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr sollte u.a. bei hohen Verlusten über die Niere und Magen-Darm-Erkrankungen geachtet werden.

 

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