Hilfe im Therapie-Dschungel

Eine Krebserkrankung belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Die Betroffenen und Ihre Angehörigen müssen eine Vielzahl von Entscheidungen treffen. Ruhig und gut gefällte Entscheidungen können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Fachkundige Beratung durch Ihre Fachärztin für Psychoonkologie kann Sie dabei unterstützen,  denn sie kennt sich im Dschungel der Möglichkeiten aus. Antworten zu den wichtigsten Fragen finden Sie nachfolgend.

1. Welche Möglichkeiten bietet die psychoonkologische Beratung?

  • Unterstützung im Rahmen der Krankheitsverarbeitung
    Sie lernen Belastungen sinnvoll anzugehen, so dass diese besser zu bewältigen sind. Damit erhalten sie auch Orientierung wie es weiter gehen soll und erhöhen Ihre Lebensqualität.
  • Hilfestellung bei anstehenden Entscheidungen
    Entscheidungen fallen oft leichter, wenn man diese mit einer neutralen Person besprechen kann. Allein durch das Gespräch stellen sich oft die Sachverhalte klarer dar und die Entscheidung fällt rascher und überzeugter aus.
  • Hilfestellung zum Verständnis medizinischer Sachverhalte
    Die mit medizinischen Begriffen gespickten Befunde sind für Laien schwer verständlich und beim Arzt kann man sich nicht immer zu jeder Erklärung Notizen machen. Die Psychoonkologin erklärt Begriffe sowie Zusammenhänge und hilft Klarheit zu schaffen.
  • Erlernen von Entspannungsverfahren
    Stress führt zu oberflächlicher Atmung und belastet den Körper zusätzlich. Mit den für sie geeigneten Entspannungsverfahren lernen Sie sich und Ihren Körper zu entlasten.
  • Paar-und Familienberatung
    Die Menschen in Ihrer Umgebung stehen auch unter Stress, denn sie möchten für Sie das Beste tun und sie unterstützen. Die Psychoonkologin hilft den Partnern und der Familie geeignete Methoden zu erlernen und damit nicht nur Ihnen auf eine positive Art und Weise zu begegnen, sondern auch sich selber zu entlasten und vor Erschöpfung zu schützen.
  • Informationen zu komplementären Maßnahmen einschließlich Ernährungsberatung
    Mittlerweile sind eine Reihe von wissenschaftlichen anerkannten komplementären Therapien bekannt, die den Heilungsprozess ergänzend unterstützen können. Dazu gehört auch eine geeignete Ernährung.
  • Kontaktherstellung zu Selbsthilfegruppen
    Eine wichtige Quelle der Stärkung sind Selbsthilfegruppen. Die Psychoonkologin hilft, die passende Gruppe zu finden.

2. Macht eine psychoonkologische Beratung für Sie Sinn?

Für einen großen Teil der Patienten ist eine psychoonkologische Beratung wünschenswert.

Oft kann der Patient bereits nach der 1. Sitzung im Beratungsgespräch gemeinsam mit dem Berater entscheiden, ob eine weitere psychoonkologische Beratung oder aber eher eine psychoonkologische therapeutische Intervention hilfreich sein könnte. Dies ist u.a. von der Stärke der bestehenden Symptomatik und ihrer Dauer abhängig.

3. Wie oft ist eine psychoonkologische Beratung erforderlich?

Die psychoonkologische Beratung versteht sich als Kurzzeitbehandlung. Häufig sind insgesamt 3-5 Termine ausreichend, wobei 1 Sitzung in der Woche meist reicht. Grundsätzlich ist jedoch die Anzahl der Sitzungen und der zeitliche Abstand von der jeweiligen Problematik abhängig und wird individuell mit Ihnen vereinbart. Geht die Problematik über eine psychoonkologische Beratung hinaus, sollte eventuell eine psychotherapeutische Begleitung in Erwägung gezogen werden.

4. Ist es möglich die Beratung nach längerer Unterbrechung wiederaufzunehmen?

Bei Bedarf ist dies jederzeit möglich. Ursachen für eine Unterbrechung kann z.B. ein veränderter Gesundheitszustand durch eine laufende Therapie wie z.B. Chemotherapie sein.

5. Wie lange dauert eine Sitzung?

Bitte veranschlagen 50 min. bei einer Einzelsitzung und 100 min. bei einer Paar-oder Familiensitzung.

6. Was ist für die Beratung notwendig?

Bringen Sie bitte ev. vorhandene Arztbriefe zum vereinbarten Termin mit. Zudem ist es hilfreich zu wissen, welche Medikamente Sie zurzeit einnehmen. Einen Medikamentenplan haben wir für Sie bereitgestellt, so dass sie die wichtigen Informationen rasch eintragen können

7. Sind telefonische Beratungen möglich?

Bei dringenden Fragen besteht gegebenenfalls die Möglichkeit einer telefonischen Intervention.

8. Sind Paarsitzungen möglich bzw. ratsam?

Ja, je nach Problemstellung sind Paarsitzungen sinnvoll und zu empfehlen.

9. Kann ich Unterstützung bei Erstellung einer Patientenverfügung, Patientenvollmacht und Betreuungsvollmacht bekommen?

Ja. Gerne sind wir Ihnen dabei behilflich. Entsprechende Formulare sind bei Bedarf vorhanden.

10. Was versteht man unter integrativer Onkologie?

In der integrativen Onkologie werden neben der notwendigen krebsspezifischen Therapie ergänzende bzw. unterstützende Maßnahmen der komplementären Medizin angeboten.

11. Was heißt komplementäre Medizin?

Unter komplementärer Medizin versteht man ergänzende Therapien zur spezifischen Krebstherapie. Ziel ist die Verbesserung der Verträglichkeit der spezifischen Therapien sowie die Stärkung der körpereigenen Abwehr. Wirksamkeit und Sicherheit der ergänzenden Therapien sollten dabei besonders berücksichtigt werden.

12. Was versteht man unter alternativen Therapien?

Unter alternativen Therapien versteht man Behandlungen anstatt tumorspezifischer Therapien. Ihre Wirksamkeit sowie auch ihre Sicherheit sind wissenschaftlich nicht belegt und daher grundsätzlich nicht zu empfehlen.

 

Akute Belastungsstörung

Akute Belastungsstörung

Akute Belastungsstörungen treten oft in der frühen Erkrankungsphase auf. Gefühle wie Furcht, Ärger, Wut, Ohnmacht, Verzweiflung oder wie betäubt sein bei Konfrontation mit dem Auslöser, Hilflosigkeit sowie ständiges Wiedererleben des Ereignisses und Vermeidungsverhalten stehen dabei im Vordergrund.
Angststörung

Angststörung

Mit der Diagnose Krebs bestehen reale Ängste vor der Therapie, vor Schmerzen, vor einem Rezidiv, in einer palliativen Situation sowie im sozialen und beruflichen Bereich. Sie können panikartig auftreten oder über längere Zeit bestehen bleiben. Bei einer Angststörung stehen diese Ängste im Alltag im Vordergrund. Das kann dazu führen, dass die Bewältigung des Alltags erheblich erschwert ist und es zu einer Verschlechterung der Lebensqualität kommt.
Anpassungsstörung

Anpassungsstörung

Bei einer Anpassungsstörung besteht eine Störung in der Verarbeitung der Krankheitssituation. Der Betroffene fühlt sich von der Krebserkrankung und der veränderten sozialen Situation häufig belastet und subjektiv überfordert. Meist ist das gekoppelt mit einer anhaltend traurigen Stimmungslage, Ängsten und Sorgen. Auch ein sozialer Rückzug ist in dieser Situation nicht ungewöhnlich.
Posttraumatische Belastungsstörung

Posttraumatische Belastungsstörung

Posttraumatische Belastungsstörungen (PTSB) können auch im Rahmen einer Krebserkrankung auftreten. Kennzeichnend sind sogenannte Flashbacks (unwillkürliches wiederholtes Erleben der traumaassozierten Situation), Albträume und daraus resultierendem Vermeidungsverhalten. Weitere mögliche Merkmale sind u.a. eine erhöhte Reizbarkeit, Ängste, Gleichgültigkeit, Schlafstörungen oder eine erhöhte Schreckhaftigkeit.
Depression

Depression

Depressive Symptome treten bei Krebspatienten relativ häufig auf. Sie können in verschiedenen Phasen der Erkrankung vorkommen. Wichtig ist hierbei, normale Reaktionen wie z.B. die Verzweiflung von einer Depression zu unterscheiden. Symptome wie z.B. die Appetitlosigkeit, die bei einer Krebserkrankung auftreten  durch die Erkrankung selbst oder durch Therapienebenwirkungen hervorgerufen werden. Zu beachten ist aber auch, dass verschiedene Medikamente und z.B. hormonelle Umstellungen zu Depressionen führen können.

© CHHG