Krebs kann eine Angststörung auslösen

Mit der Diagnose Krebs bestehen reale Ängste vor der Therapie, vor Schmerzen, vor einem Rezidiv, in einer palliativen Situation sowie im sozialen und beruflichen Bereich.
Sie können panikartig auftreten oder über längere Zeit bestehen bleiben.
Bei einer Angststörung stehen diese Ängste im Alltag im Vordergrund. Das kann dazu führen, dass die Bewältigung des Alltags erheblich erschwert ist und es zu einer Verschlechterung der Lebensqualität kommt.

Zusätzlich können vegetative Symptome auftreten wie Schlaflosigkeit, Übelkeit, Schwindel, Zittern, Beklemmungsgefühl, Luftnot, Herzrasen, Kaltschweißigkeit etc. Des Weiteren können diese Angststörungen ein Vermeidungsverhalten hervorrufen mit negativen Konsequenzen im Rahmen der medizinischen Behandlung sowie im sozialen und beruflichen Umfeld. 

Darf ich meine Ängste und Gefühle äußern?

Die Diagnose Krebs geht meist mit Ängsten einher. Nicht nur an den Betroffenen, auch an den Familienangehörigen und engen Freunden geht diese Diagnose nicht spurlos vorüber. Der Alltag, so wie man ihn bisher kannte, verändert sich möglichweise zusätzlich. In dieser Situation ist es wichtig miteinander zu kommunizieren. Dazu gehört, dass man Ängste und Sorgen den Familienmitgliedern mitteilen kann und umgekehrt. Im Vordergrund stehen oft Verlustängste, Berührungsängste, Angst vor Schmerzen, Angst vor der Zukunft und auch soziale Ängste. Informationsdefizite innerhalb des Familiensystems können zusätzliche Ängste und Sorgen hervorrufen.

Die Betroffenen wollen ihre Angehörigen gegebenenfalls nicht zusätzlich mit ihren Ängsten und Nöten belasten, da sie eventuell damit überfordert sind. Es kann dann unter Umständen nützlich sein, sich einen Gesprächspartner außerhalb der Familie zu suchen, um seine Ängste und Nöte zu besprechen und zu klären, wie die Angehörigen miteingebunden werden können. Eine psychoonkologische Beratung kann bei der Bewältigung einer Angststörung gute Dienste leisten.

Sowohl für eine positive Krankheitsbewältigung als auch für eine stärkere Zufriedenheit, sind nicht nur praktische Hilfen, sondern auch die emotionale Unterstützung von enormer Bedeutung – für den Betroffenen wie auch für die Angehörigen. 

Wie gehe ich mit meinen Ängsten um?

Sorgen und Ängste im Rahmen der Erkrankung Krebs sind normal und werden von fast allen Betroffenen empfunden. Sie können gegebenenfalls auch sehr bestimmend im täglichen Leben werden und sich zusätzlich in körperlichen Symptomen äußern. Je nach Ausprägung ist eine Unterstützung von außen durch eine psychoonkologische Beratung bzw. eine psychoonkologische Therapie sinnvoll. Im gemeinsamen Gespräch können individuelle Lösungsansätze gesucht werden.

Wie bekomme ich meine Ängste unter Kontrolle?

Bei bestehenden Informationsdefiziten, kann die individuelle Beratung und Information förderlich sein, um Ängste abzubauen. Die Nutzung persönlicher Ressourcen durch das Erlernen von Entspannungsverfahren, Entlastung durch schöpferische, kreative Beschäftigungen und Familiengespräche sind nur einige Beispiele dafür, wie ein besserer Umgang mit Ängsten möglich ist. Dabei kann psychoonkologische Beratung förderlich sein. 

Was mache ich, wenn mein Umfeld meine Ängste nicht hören möchte?

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Partner annähernd gleich belastet sind, wie die Betroffenen selbst. Deshalb kann eine Paartherapie sinnvoll sein. Dabei wird zusammen mit der Psychoonkologin geschaut, welche Unterstützung Sie als Paar benötigen. Dabei sollte auch in Erwägung gezogen werden, ob es für die Partner vorteilhafter wäre, eine Unterstützung unabhängig voneinander durchzuführen.

Informationsdefizite können eine Angststörung begünstigen und sollten möglichst ausgeräumt werden, um dadurch zusätzlich entstehenden Ängsten entgegen zu wirken. Neben Informationsmangel auf medizinischer Ebene, spielen auch Informationsdefizite auf sozialer Ebene und emotionaler Ebene eine große Rolle.

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